Gymnasium oder Mittelschule? Schwester möchte nichts von beidem aber muss eines wählen

Hallo zusammen!

Meine Schwester war gestern abend bei mir und hat mich um Rat gefragt, da sie zu dem Thema wohl schon heftige Diskussionen mit ihrem Mann geführt hat:

Die beiden haben eine Tochter, die aktuell noch zur Grundschule geht und nun eine Empfehlung für das Gymnasium bekommen hat. Sie hat auch überall gute Noten, macht ihre Hausaufgaben nach Aussage meiner Schwester auch immer selbständig und komplett. Mein Schwager möchte die Tochter nun unbedingt aufs Gymnasium schicken. Meine Schwester möchte sie aber nicht auf das Gymnasium schicken, weil sie meint ihre Tochter wäre mit dem dortigen Leistungsdruck überfordert. Sie würde viel am Nachmittag und Wochenende mit ihrer Tochter üben (Diktat z.B.), aber da sie in Kürze wieder arbeiten geht könnte sie das in Zukunft in diesem Umfang nicht mehr leisten. Sie möchte die Tochter am liebsten auf eine Gesamtschule schicken, aber diese gibt es hier in der Stadt nicht. Die Tochter müsste also auf die Mittelschule (früher Hauptschule) und in 2-3 Jahren dann auf die Realschule wechseln. Mein Schwager möchte aber auf keinen Fall, dass die Tochter vorerst auf die Mittelschule geht, da sie dort seiner Meinung nach unterfordert wäre und der Umgang auch nicht der Richtige ist (wenn ich sehe was da tagsüber für Kids vor der Schule rumhängen kann ich ihn auch verstehen!). Meine Schwester möchte aber auf keinen Fall, dass die Tochter auf das Gymnasium wechselt, da sie dort überfordert wäre und demotiviert wird!

Ehrlich gesagt weiß ich nicht so ganz was ich da raten sollte. An ihrer Stelle würde ich gar nicht groß überlegen und das Mädchen auf das Gymnasium schicken. Selbst wenn sie dann überfordert sein sollte, könnte man sie immernoch auf die Mittelschule schicken. Andersrum - also Mittelschule aufs Gymnasium - ist dagegen halt nicht ohne Weiteres möglich. Aber fürs Gymnasium empfänglich ist meine Schwester halt so gar nicht, vermutlich weil sie selber nicht dort war (sie sagt zumindest immer wieder "ich war doch auch nicht dort" als Begründung dafür, dass ihre Tochter nicht gehen soll). Auf die Mittelschule geben möchte sie die Tochter aber auch nicht, da sie was den Umgang betrifft meinem Schwager ja schon auch zustimmt. Im Grunde haben wir gestern ewig rumdiskutiert und kamen zu keinem Ergebnis. Sie sperrt sich richtig gegen das Gymnasium, ist für keine Argumente zugänglich, aber spricht sich selber auch nicht für die Mittelschule aus - sie will eine Gesamtschule, aber die gibt es hier halt nicht! Und ich bezweifle, dass man extra für meine Nichte eine bauen wird ;-)

Nun wird die Zeit halt knapp wg. der Anmeldung. Was würdet ihr denn an Stelle meiner Schwester tun? Also dsa Mädchen im Zweifelsfall beim Gymnasium anmelden obwohl ich das dem Kind nicht zutraut, oder es bei der Mittelschule anmelden, obwohl ihr täglich zwielichtige Jugendliche davor rumgammeln seht?

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Hallo,

Ich würde sie definitiv aufs Gymnasium gehen lassen.

Eine Gym-Empfehlung basiert nicht „nur“ auf den Noten sondern auch auf der Mitarbeit und der Auffassungsgabe des Kindes.

Die Freundin meiner Tochter hatte an sich die passenden Noten, bekam aber nur eine eingeschränkte Empfehlung, da sie ziemlich schludrig und vergesslich war oder quatschte.

Und wenn Deine Nichte eine klare Gym-Empfehlung hat, dann trauen ihr die Lehrer das auch zu.
Versucht es - sie muss so oder so mit der Zeit lernen, sich selber zu organisieren und zu lernen.

Mit einer klaren Empfehlung für das Gymnasium würde ich sie an Eurer Stelle NICHT auf der Mittelschule anmelden.

Alles Liebe!

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Darf ich fragen was die Tochter deiner Freundin gemacht hat? Welche Schule hat sie gewählt?

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Klar darfst Du.

Sie geht mit meiner Tochter auf die Realschule.
Ihre Eltern hatten auch Bedenken, da dem Mädel die Noten in der GS zwar passten, sie aber bei Hausaufgaben, Projektarbeiten und im Unterricht eher schludrig war und oft auch Dinge vergessen hat.

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Hallo!
An der Stelle deiner Schwester würde ich keine Sekunde zögern, mein Kind mit Gymnasialempfehlung am Gymnasium anzumelden, wenn die einzige Alternative die Mittelschule vor Ort ist. Aber das nützt jetzt natürlich auch nichts, wenn deine Schwester das anders sieht. Was soll man da schon raten? Sie muss sich entweder mit den Möglichkeiten vor Ort arrangieren oder aber umziehen/lange Fahrtwege in Kauf nehmen 🤷‍♀️. Was möchte denn das Kind? Vielleicht könnt ihr analysieren, warum sich deine Schwester gegen das Gymnasium sperrt. Dann könnte man da argumentativ ansetzen.
Liebe Grüße!

Bearbeitet von Inaktiv
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Hallo,

was möchte denn die Tochter? Das wird überhaupt nicht erwähnt und ist doch das wichtigste!

Wenn die Tochter selbst keine Vorbehalte hat, auf jeden Fall aufs Gymnasium.

Ich weiss leider nicht, was eine Mittelschule ist und wieso sie zuerst dahin gehen müsste, um später auf die Realschule zu wechseln. Wieso kann sie nicht direkt auf die Realschule? Denn wenn es weder Gymnasium noch Mittelschule sein soll, bleibt ja nur Realschule oder Gesamtschule.
Wenn es keine Gesamtschule in der Stadt gibt: wo ist denn die nächste?

LG
N.

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Meine Nichte möchte am liebsten auf das Gymnasium, weil da auch ihre beste Freundin hingehen wird. Aber wie gesagt sperrt insbesondere meine Schwester sich dagegen und tut den Wunsch der Tochter auch ab - sie könne das ja eh nicht einschätzen. Ich weiß, dass das schwer zu beurteilen ist, aber meine Schwester und leider auch mein Schwager trauen ihrer Tochter insgesamt eher wenig zu. Sie ist nun in der 4. Klasse und darf noch nicht mal 5 Minuten alleine zu Hause bleiben, durfte erst mit 6 das Fahrrad fahren lernen und mit 7 hat sie einen Schwimmkurs machen dürfen (sie waren der Meinung es wäre noch zu früh für sie, aber da in der Grundschule schon Schwimmunterricht angesagt war, mussten sie sie gezwungenermaßen bei einem Kurs anmelden). Warum weiß ich ehrlich gesagt nicht, zumindest ist mir nicht bekannt, dass sie negative Erfahrungen gemacht hätten, aber ich bin ja auch nicht 100% über alles im Bilde.

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Nun ja, deine Nichte kann wahrscheinlich in der Tat nicht einschätzen, ob sie den Anforderungen am Gymnasium gewachsen sein wird. Deine Schwester kann es aber ebensowenig einschätzen. Am ehesten wird da noch die Grundschullehrkraft eine Prognose treffen können und die hat ja ihre Sicht der Dinge bereits kundgetan. Warum haben sie da nicht einfach Vertrauen?
Ich bin ja hier in Niedersachsen, hier zählt der Elternwille. Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass SuS, die mit Gymnasialempfehlung zu uns ans Gymnasium kommen, es in aller Regel schaffen, den Anforderungen gerecht zu werden. Natürlich gibt es auch bei ihnen mal vorübergehende Noteneinbrueche und Frust, aber das kann überall passieren und der Umgang mit Frust muss schließlich auch erlernt werden.

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Hat deine Schwester vielleicht Angst ihrer Tochter nicht mehr ausreichend helfen zu können weil sie selber kein Abitur hat?
Hat sie sich denn informiert ob es am Gymnasium zum Beispiel eine Hausaufgabenbetreuung gibt? Hier bieten das viele Gymnasien bis Klasse 8 an. Da wäre deine Schwester ja schon entlastet.
Klar ist es schöner, wenn man den Kindern helfen kann. Ich habe Abitur, aber kann meiner Tochter jetzt in der 10. Klasse in vielen Fächern auch nicht mehr so einfach helfen. Aber umso älter sie werden, umso besser kommen Sie auch alleine zurecht. Das sollen sie ja auch lernen. Im Studium oder der Ausbildung sollten die Eltern Sie ja auch nicht mehr durchschleifen. Ganz zur Not kann man auch eine Nachhilfe organisieren.

Deine Schwester denkt ja, dass ihre Tochter überfordert wäre wenn ihre Hilfe wegbricht. Ich glaube die meisten Kinder mit einer Gymnasialempfehlung haben in der Grundschule zu Hause Hilfe gehabt. Wenn Sie jeden Tag Stundenlang pauken musste ist es etwas anderes. Aber normales üben vor den Arbeiten oder mal eine Hausaufgabe erklären/verbessern finde ich ganz normal. Da dürften die anderen Kinder auf dem Gymnasium im Schnitt auch als Hilfe bekommen haben.

Ich fände es nach dem was du schreibst schade, wenn deine Nichte nicht die Chance bekäme sich auf dem Gymnasium zu beweisen. Wenn deine Nichte ihre Hausaufgaben in der 4. Klasse alleine macht und alles halbwegs richtig und komplett ist klingt das nach sehr guten Voraussetzungen.

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Meine Kinder sind ja noch im Kita-Alter und damit stellt sich uns das Thema Schulwahl noch nicht. Aber wenn meine Kinder eine Gymnasialempfehlung bekommen würden, dann würde ich sie ohne zu zögern auch hinschicken. Natürlich ist das Gymnasium nicht leicht und natürlich können sie dort auch scheitern, aber selbst wenn sich rausstellt, dass es zu schwer für sie ist, ist das doch kein Beinbruch. Ich habe auch das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht und kenne einige Leute, die zuerst auf dem Gymnaisum waren und dann runter sind und das Abitur auf anderem Weg gemacht haben... Manchmal hat man halt Phasen im Leben die nicht leicht sind und wo ein Schulwechsel und ein anderer Weg dann richtig ist.

Aber ich würde niemals hingehen und meinem Kind von vornherein die Möglichkeit auf einen höheren Bildungsabschluss verbauen und sie auf eine "schlechtere Schule" schicken (damit ist wieder der Umgang gemeint - wie schon gesagt gammeln vor der örtlichen Mittelschule schon sehr zwielichtige Gestalten rum). Schon gar nicht, wenn die Lehrer sie auch noch als geeignet fürs Gymnasium einschätzen

Eine Hausaufgabenbetreuung gibt es bei uns wohl an allen Schulen. Aber auch hier sagt meine Schwester "die Lehrer haben gar keine Zeit ihr bei den Hausaufgaben helfen" oder "die wollen das doch gar nicht tun". Einfach etwas behaupten und damit Argumente entkräften...

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"Aber ich würde niemals hingehen und meinem Kind von vornherein die Möglichkeit auf einen höheren Bildungsabschluss verbauen"

Ich finde damit ist alles gesagt und du solltest deiner Schwester gehörig ins Gewissen reden.

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Ich würde das Kind ohne Zögern aufs Gymnasium schicken.
Nach deiner Beschreibung sehe ich in deiner Schwester ein bisschen die Mutter einer früheren Schulfreundin, super intelligentes Mädchen, vielleicht manchmal ein bisschen faul. Wir sind zusammen aufs Gymnasium gewechselt, aber ihre Mutter hat immer gesagt, wie schwer das alles ist, das sie das damals ja auch nicht geschafft hätte und das das ja fast unmöglich zu schaffen ist. Irgendwann hat meine Freundin das dann wiederholt und letztlich kein Abitur gemacht. Ich möchte die Schuld da jetzt nicht nur auf die Mutter schieben, aber hilfreich war das sicherlich nicht.
Deine Schwester sollte versuchen, ein bisschen mehr vertrauen zum kind zu haben. Die Lehrer stellen ja nicht zum ersten Mal eine Empfehlung aus.

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Jetzt wo du es sagst. Sie sagte sogar schon mal im Beisein ihrer Tochter, dass diese ihrer Meinung nach nicht für das Gymnasium geeignet ist und das mit Sicherheit nicht schaffen wird (damals war meine Nichte noch in der 3. Klasse). Damals gab es noch keine intensive Diskussion, da das Thema Schulwechsel noch nicht direkt anstand, aber jetzt wo es so hitzig zugeht, kam mir das gerade wieder.

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Hier ist ein Wechsel vom Gymnasium auf eine andere Schule in der Nähe nur äußerst selten möglich, da die Schulen alle voll sind. Bevor ich also so etwas plane und sei es auch nur eventuell, würde ich mich genau erkundigen.

Wie "echt" ist die Empfehlung für das Gymnasium? Also wieviel hat deine Schwester mit ihrer Tochter zu den Hausaufgaben gemacht?
Wenn die Antwort ist, wir haben nichts zusätzlich gemacht nur direkt vor einer Arbeit etwas geübt, dann zum Gymnasium.
Hat deine Schwester aber regelmäßig mit deiner Nichte außerhalb der Hausaufgaben geübt, dann wohl eher die Mittelschule.

Gymnasium ist nicht das Nonplusultra und die Mittelschule keine Sackgasse, ich würde auf jeden Fall das Kind fragen und schauen, wo die Freundinnen hingehen.

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Also ich habe es das ein oder andere Mal schon erlebt, dass meine Nichte von der Schule kam und direkt nach dem Essen ihre Hausaufgaben gemacht hat. Alleine. Ich bin dann sogar ab und an mal hin und habe ihr meine Hilfe angeboten und da konnte ich sehen, dass sie z.B. die Matheaufgaben gerade richtig löste und ihre Rechtschreibung sehr gut ist (hat da gerade eine Anleitung für ein Brettspiel ihrer Wahl schreiben sollen). Da hat ihr in dem Moment wirklich niemand geholfen. Natürlich weiß ich nicht wie umfangreich die Hilfe meiner Schwester nun war, aber tägliches stundenlanges üben war es sicherlich nicht. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Ich bin jetzt natürlich keine Lehrerin, aber ich schätze meine Nichte schon so ein, dass sie fürs Gymnasium geeignet wäre. Sie liest flüssig, kann gut beschreiben, erklären und nacherzählen, kann anscheinend gut Kopfrechnen (sie hat einige Kopfrechenurkunden von der Lehrerin bekommen, d.h. sie war da mehrmals die Wochenbeste im Kopfrechnen in der 3. Klasse gewesen!), ist wissbegierig, kann sich längere Zeit mit etwas konzentriert beschäftigen, macht zuvrelässig ihre Hausaufgaben (das gab sogar meine Schwester zu!) und m. E. ist das Allgemeinwissen auch altersgemäß. Also mir ist wirklich nie aufgefallen, dass sie irgendwo hinterherhinkt oder sich schwer tut.
Meine Schwester sagt ja immer mal wieder in Diskussionen, dass sie "selber ja auch nie auf dem Gymnasium war". Jetzt kommt natürlich die Hobbypsychologin in mir hervor, aber vielleicht fühlt sich meine Schwester irgendwie "benachteiligt", weil unsere Eltern sie (und mich!) damals auf die GEsamtschule geschickt haben und denkt sich nun "wenn ich nicht durfte, dann darf meine Tochter auch nicht". Wäre natürlich schon ein starkes Stück, aber ein bisschen wirkt es schon so, wenn sie immer wieder betont, dass sie ja auch nicht auf das Gymnasium durfte.

Ich weiß natürlich dass meine Nichte auf das Gymnasium möchte und meine Schwester weiß das auch. Aber wie gesagt spielt das für meine Schwester keine Rolle

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Deine Beschreibung klingt für mich auch so als hätte deine Schwester mit Minderwertigkeitskomplexen zu kämpfen weil sie nicht auf dem Gymnasium war. Meine Eltern waren beide auf der Hauptschule wie es damals oft war. Sie haben tolle Jobs und sind beruflich erfolgreich. Beide in Berufen, die man heutzutage nur noch mit einem Studium erreichen kann. Die Zeiten haben sich einfach geändert. Auch wenn ich das persönlich nicht gutheiße aber es ist leider so. Ich war übrigens mit Empfehlung auf dem Gymnasium und habe ein sehr gutes Abi erreicht. Meine Eltern konnten mir nicht helfen und haben das auch offen gesagt. Sie haben daraus nie ein Geheimnis gemacht und mir im Gegenteil immer gesagt wenn ich Abi machen kann soll ich es tun. Sie mussten sich über viele Jahre neben dem Beruf weiterbilden um das zu erreichen was sie erreicht haben. Sie haben mir immer gesagt wenn ich direkt einen höheren Bildungsabschluss erreichen kann sollte ich das tun und habe es dann "leichter" im Leben. Ich bewundere Menschen, die einen schweren Weg gehen mussten und sich so viel erkämpfen mussten. Ich schließe mich daher den bisherigen Meinungen an: wenn deine Nichte eine klare Empfehlung fürs Gymnasium hat sollten sie ihr die Chance geben. Ich finde es sehr schade, dass sie ihr nicht so viel zutrauen und hoffe, dass sie das nicht zu sehr beeinflussen wird und sie ihren eigenen Weg gehen kann.

Bearbeitet von Inaktiv
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Ich verstehe das Problem nicht. Es ist ein Gymnasium. Wahrscheinlich ein ganz normales Gymnasium. Warum soll sie das nicht schaffen?

Ich finde es immer besser, wenn die Kinder etwas herausgefordert werden. Laut Grundschullehrerin sieht sie sie auf dem Gymnasium. Und die Tochter möchte es. Ich verstehe manchmal nicht, dass Eltern so eine Angst, fast schon Ehrfurcht vor einem Gymnasium haben.

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Naja, ich kenne Leute, die durch das Abi gefallen sind/fast durch das Abi gefallen oder das Fachabi abgebrochen haben, weil es ihnen zu schwer war.
Für mich selbst, die ohne viel Lernen, auf dem Gymnasium gute Noten hatte, gedanklich schwer nachzuvollziehen, aber nicht alle Menschen sind eben gleich schlau (gar nicht böse gemeint).

Für die Nichte der TE tut es mir allerdings wahnsinnig leid, denn hier verbaut eine Mutter aus eigenen Minderwertigkeitskomplexen gepaart mit einer Portion Egoismus ihrem Kind den höheren Bildungsabschluss. Das wird vermutlich Konsequenzen für das gesamte Leben des Kindes haben, denn nur wenige gehen anschließend den Weg weiter von der Hauptschule über die Realschule zum Gymnasium und ggf. Studium. Aus dem Mädchen wird also eine Frau mit mittlerem Bildungsabschluss und Ausbildungsberuf, weil die Mutter es so will. Ich sag nicht, dass dieser Weg schlecht ist, aber das Mädchen hat offenbar Potential, das nicht genutzt wird. Und das, obwohl sie selbst das will.

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Das kann man auch nur sagen, wenn man nicht in fast jeder 5 das klägliche Scheitern von so ca. 10% der Kinder miterleben darf, weil sie einfach intellektuell heilos überfordert sind. Zumindest in Bayern ist es eine sehr suboptimale und fürs Kindswohl miese Idee, das Gym einfach mal zu probieren. Was ist das für eine Botschaft fürs Kind - ich strenge mich voll an und bekomme damit an sehr guten Tagen mal eine 3, meistens eine 4- und sehr oft eine 5 oder 6? Das frühstückt deren Selbstbewusstsein sehr schnell, zumal viele MitschülerInnen halt mphelos 1 und 2 bekommen, wenigstens noch in 5 und 6. Das ist in anderen BL offenbar anders (sagen Eltern unsere SuS, die anderswo am Gym waren).

Andere Schulformen sind auch super. Der Weg zum Abi fast nie komplett versperrt. Wer das später noch in Angriff nehmen will, schafft das fast immer. Oft ist die FOS (und erstmal die MS oder RS) eine sehr viel bessere Wahl als das Gym, für wirklich viele Kinder.

Bearbeitet von Inaktiv
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Ich würde das Kind aufs Gym schicken.

Außerdem würde ich deiner Schwester mal aufzeigen, welche Berufschancen das Kind hat, wenn es "nur" die Mittelschule besucht-- dass hat sich nämlich im Verhältnis zu früher ganz stark verändert.

Ich habe auch den Eindruck, deine Schwester hat Angst ihrer Tochter im Gym nicht mehr helfen zu können, weil sie es selber nicht hatte.

Was totaler Blödsinn ist--- und nur weil sie nicht dort war, will sie ihrer Tochter die Chancen verbauen, einen guten Abschluß zu haben.

Was hat denn der Vater für eine Schule besucht?


Vielleicht kannst du deiner Schwester auch sagen, dass du deine Kids immer mit Gymempfehlung aufs Gym schciken würdest.

Und " es ist immer besser etwas zu haben was man nicht braucht, als etwas zu brauchen was man nicht hat!"

Sprich je besser der Abschluß desto mehr Chancen hat man.

Und ganz ehrlich Gym oder HS--- da stellt sich nicht die Farge wenn das Kind so fit ist wie du schreibst.

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Ich kann mir gut vorstellen, dass deine Schwester Angst hat ihrer Tochter nicht mehr helfen zu können, weil sie kein Abi hat. Da spielen viele Gedanken rein. Nachhilfe ist teuer, wer hilft der Tochter, wie komme ich mit den ganzen studierten Eltern klar. Da spielen auch Komplexe mit rein.

Ich sage. Ab aufs Gymnasium und Diktet kann man auch Mal am Wochenende üben. Oder es gibt halt auch Mal eine 3. Das ist kein Weltuntergang.